Gibt es morgen noch Kaffee und Schokolade?


Kaffee und Kakao sind Agrarprodukte, die bereits heute massiv vom Klimawandel betroffen sind, gleichzeitig bilden sie die Lebensgrundlage für Millionen Menschen. Es braucht also resilientere Anbaumethoden und fairere Strukturen – darin waren sich die Teilnehmenden einig. Unter dem Titel „Klartext“ hatte Tchibo Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verbraucherschutz und Wirtschaft eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch unser CEO, Andreas Ronken, war dabei.

Es wurde deutlich, dass die Art, wie wir unseren Kakao beziehen, durchaus vergleichbar ist mit dem Weg, den Tchibo beim Kaffeebezug einschlägt. Beide Unternehmen setzen auf langfristige Partnerschaften mit Kooperativen vor Ort und entsprechende Investitionen im Ursprung, weil wir davon überzeugt sind, dass nur so nachhaltigere Lieferketten entstehen können.
Und doch gibt es auch Unterschiede: Während Tchibo auf das eigene Kaffeeprogramm „Coffee2Stay“ setzt und künftig auf externe Siegel verzichten will, ist eine Zertifizierung für unseren Kakao weiterhin die Mindestanforderung, auf die wir dann mit unseren Kakaoprogrammen aufsetzen. Dass Zertifizierungen allein nicht ausreichen, bestätigte auch Markus Kamrad von der Verbraucherzentrale Berlin: „Siegel sind nicht perfekt, aber derzeit das Beste, was wir haben“, erklärte er und betonte, dass Siegel für Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Orientierungshilfe seien.

Mit Blick auf die Politik wünschten sich viele der teilnehmenden Fachleute verlässliche Rahmenbedingungen. Olaf Deutschbein von der UNIDO, einer Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, hat in dem Zusammenhang noch einmal drauf hingewiesen, wie wichtig verbindliche Standards seien. „Die Idee des Lieferkettengesetzes war es, einen Mindeststandard zu etablieren. Unternehmen wie Tchibo und Ritter Sport sollten nicht mit Wettbewerbern konkurrieren müssen, die von Kinderarbeit oder ausbeuterischen Bedingungen profitieren“, sagte er.
Nicht nur auf dem Podium, auch mit den Gästen im Auditorium entwickelte sich eine rege Diskussion. Mitarbeitende unterschiedlicher Unternehmen waren da ebenso dabei wie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden oder NGOs sowie zahlreiche Journalistinnen und Journalisten.

Mit Tchibo und Ritter haben sich bei dieser Veranstaltung nicht nur zwei Familienunternehmen zusammengetan, sondern vor allem zwei Unternehmen, die zwar für unterschiedliche Produkte stehen, aber in ihren Lieferketten mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind und sich auf vergleichbare Weise engagieren.
Mein Eindruck: Globale Lieferketten nachhaltiger zu machen, kann gelingen. Wenn wir über Branchen hinweg zusammenarbeiten. Und wenn alle Verantwortung übernehmen: Unternehmen, Politik, Zivilgesellschaft und letztlich auch die Verbraucherinnen und Verbraucher.



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