Cooles Konzept sorgt für Wärme


Bereits im letzten Herbst wurden auf unserem Betriebsgelände in Waldenbuch die ersten zwei Großwärmepumpen installiert. Inzwischen laufen sie im Regelbetrieb, drei weitere werden im Laufe des Jahres noch folgen. Damit können wir unsere Wärmeversorgung nahezu vollständig auf ein hocheffizientes und CO₂-sparendes System umstellen. Wenn alle fünf Wärmepumpen laufen, können wir damit rund 90 % unseres Wärmebedarfs decken und etwa 25.000 MWh Gas jährlich einsparen.
Diese Großwärmepumpen sehen nicht nur etwas anders aus als die, die man aus vielen Privathaushalten kennt, sie funktionieren auch anders. Bei der inzwischen weitverbreiteten Luft-Wasser-Wärmepumpe dient die Umgebungsluft als Wärmequelle, die Wasser-Wasser-Großwärmepumpen, die nun bei uns zum Einsatz kommen, nutzen die bei unserer Schokoladenproduktion ohnehin entstehende Abwärme. Diese bislang ungenutzte Energie wird aufgenommen, auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und anschließend zum Heizen eingesetzt.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Blogartikel zu unserer neuen Hybrid-Kühlanlage. Sie ermöglicht nicht nur eine wasserarme Kühlung und reduziert den Trinkwasserverbrauch um rund 20.000 m³ pro Jahr, sondern schafft die Voraussetzung für eine optimale Abwärme-Rückgewinnung. So hängen Kälte und Wärme quasi zusammen.
Die Wärmepumpen sind Teil einer Gesamtstrategie, die letztlich zum Ziel hat, Emissionen gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn es um Emissionen und Klimaneutralität zum Beispiel eines Unternehmens geht, werden verschiedene Bereiche – die sogenannten Scopes 1 bis 3 – unterschieden. Scope 1 und 2 umfassen die direkten Emissionen aus den eigenen Anlagen sowie aus eingekaufter Energie. Indem wir unsere Wärmeversorgung nun auf die Wärmepumpen umstellen, reduzieren wir unsere Emissionen weiter und sind damit in Scope 1 und Scope 2 nahezu klimaneutral. Und das ohne ausgleichende Klimazertifikate!

Das Konzept zur Wärme- und Kälteversorgung ist also ein wichtiger Schritt, um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Im Rahmen der Science Based Targets initative (SBTi) haben wir uns bekanntlich dazu verpflichtet, bis 2030 sämtliche Emissionen (Scope 1, 2 und 3) um 42 % im Vergleich zu 2021 zu reduzieren und so das 1,5 Grad Ziel der Vereinten Nationen zu erreichen.
Dass es nicht zuletzt in Zeiten steigender Gas- und Ölpreise auch wirtschaftlich sinnvoll ist, Energie wie bei der Produktion entstehende Abwärme nicht ungenutzt verpuffen zu lassen, sondern gezielt in den Kreislauf zurückzuführen, versteht sich von selbst. Es geht eben doch: klimafreundlich und wirtschaftlich effizient!



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