Besser Kakao statt Koka – unterwegs in Peru

07.06.2019 von Petra Lesedauer: ca. 4 Minuten

Liebe Blogleser,

was verbindet ihr mit Peru? Also ich zunächst mal die beeindruckende Ruinenstadt Macchu Picchu, dann wahrscheinlich das leckere Nationalgericht Ceviche, das es inzwischen zum Glück auch bei uns gibt und als drittes diese putzigen Alpakas, das Tier mit den gefühlt meisten Instagram-Likes – nach dem Einhorn natürlich! 😉 Zumindest waren das bis Ende letzten Jahres meine Assoziationen mit Peru, dann da hatte ich die Gelegenheit, eine ganz andere Seite dieses faszinierenden Landes kennen zu lernen.

Auf einer Kakaoplantage in Peru mit meinen Kollegen Hauke und Giovanni

Ihr werdet es schon ahnen – es geht natürlich um Kakao! Zusammen mit einigen Kollegen aus dem Einkauf und dem Bereich Agrar haben wir einige Tage lang Bauern und Kooperativen in der Region Ucayali, etwa 750 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lima, besucht. Die Region ist sanft hügelig und für ihre Bodenfruchtbarkeit bekannt. Wir haben unglaublich nette und sehr offene Menschen getroffen. So waren wir zum Beispiel bei einer Bauernfamilie zum Essen eingeladen, die nur mit dem Boot zu erreichen war, und die über 70-jährige Bäuerin hat uns peruanische Volkslieder vorgesungen. Es klingt wahrscheinlich etwas pathetisch, aber wir hatten irgendwie das Gefühl, zu Besuch bei guten Freunden zu sein.

Aber ich schweife ab, eigentlich geht es ja um Kakao … Unser Ziel ist es, möglichst viel Kakao direkt aus Partnerschaften mit Bauern und Kooperativen zu beziehen und nicht über unbekannte Zwischenhändler am Weltmarkt. Deshalb sind meine Kollegen viel unterwegs und knüpfen Kontakte, bauen nach und nach Partnerschaften zu Erzeugern in den verschiedenen kakaoanbauenden Ländern auf. Wir sind davon überzeugt, dass wir nur so – durch den direkten Kontakt – die soziale und ökologische Situation im Kakaoanbau verbessern können. Denn das ist in nahezu allen Anbauregionen notwendig. Die Probleme sind jedoch so unterschiedlich wie die Länder.

Obwohl der Kakaoanbau in Peru eine lange Tradition hat, gilt das südamerikanische Land als vergleichsweise junge Kakaokultur. Vor allem in den letzten fünfzehn Jahren hat der Kakaoanbau in Peru erheblich zugenommen. Hat Peru 2004 rund 18.000 Tonnen Kakao produziert, waren es 2014 bereits 77.000 Tonnen und die Ziele im Kakaoanbau sind durchaus hoch gesteckt. Das schafft den Bauern eine neue und vor allem legale Einkommensmöglichkeit und uns ein hervorragenden Ausgangsrohstoff für unsere Schokolade. Diese Entwicklung wurde vor allem durch Programme der UN gegen den Anbau von Koka – den Ausgangstoff für Kokain – möglich. Der Umstieg von Koka auf Kakao wurde von der UN aktiv gefördert, die Drogenkartelle wurden verdrängt und der Kakaoanbau bietet den Bauern eine neue Perspektive.

Peru ist – wie zum Beispiel auch Nicaragua – von der Internationalen Kakaoorganisation (ICCO) offiziell anerkanntes Herkunftsland für Edelkakao. Entscheidend dafür sind vor allem der Geschmack und die Qualität des Kakaos. Und das schmeckt man. Unsere Peru-Sorte „Die Kräftige“ mit 74 % Edelkakao aus Peru aus der neuen Kakao-Klasse ist der beste Beweis, oder was meint ihr?

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1 Kommentar
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  1. Thomas Kirchberger sagt:
    15.09.2019 um 00:57 Uhr

    Mir gefällt vor allem der Gedanke des fairen Handels. Da geht einem das Herz auf und man spürt die Morgenröte einer besseren Welt