Wie wir Entwaldung stoppen können und was Schokolade damit zu tun hat


Wir wissen, woher unser Kakao stammt
Damit meinen wir, dass wir wissen, wer ihn anbaut. Wir kennen die Bäuerinnen und Bauern. Und wissen daher auch wie sie ihn anbauen. Wir wissen aber auch wo unser Kakao angebaut wird, also auf welchen Flächen. Ein wichtiger Bestandteil unserer Kakaoprogramme ist nämlich, die Anbauflächen zu kartieren. Je nach Größe erfolgt das über GPS-Punkte oder bei Flächen, die größer als vier Hektar sind, durch Polygone.

Wie das funktioniert, zeigt unser Cacao-Nica Programm
Von meiner Kollegin Elizabeth, die unser Cacao-Nica-Programm in Nicaragua leitet, habe ich mir erklären lassen, wie das konkret vor Ort abläuft: Die meisten Kakaobäuerinnen und -bauern in Nicaragua bewirtschaften zwischen zwei und acht Hektar. Manche Anbauflächen sind sehr weit abgelegen. Um eine Flächen zu kartieren, läuft man sie zum Beispiel mit einem GPS-Gerät ab. Eine App prüft die gesammelten Daten und erstellt aus einzelnen GPS-Punkten ein Polygon. Anhand von öffentlichem Kartenmaterial werden die Polygone auf Entwaldungsrisken überprüft, so dass Elizabeth und ihr Team bei Bedarf sofort einschreiten können. Sämtliche Daten werden dann von den Kolleginnen und Kollegen in Nicaragua an uns in Deutschland übermittelt, wo sie in ein offiziell anerkanntes System hochgeladen und noch einmal geprüft werden.

Übrigens: Auch unsere Zertifizierungsstandards Rainforest Alliance Fairtrade haben den Anbau auf nicht entwaldeten Flächen als Voraussetzung für die Zertifizierung des Kakaos. Dass für unseren Kakao kein Wald zerstört werden darf, gehört zu den grundlegenden Prinzipien unseres Kakaobezugs.

Gesetze können nur der Anfang sein
Eigentlich sollte Ende dieses Jahres die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) in Kraft treten. Nun wird sie offenbar um ein weiteres Jahr verschoben. Zudem soll die Anwendung der Regeln vereinfacht werden. Die weltweite Entwaldung zu bekämpfen, ist angesichts der Klimakrise zweifellos notwendig. Mit der Entwaldungsverordnung eine für alle verbindliche Regelung zu schaffen, daher sicher eine gute Idee. Ob das auch für die Umsetzung mit all der mangelnden Planungssicherheit gilt, steht auf einem anderen Blatt. Viel wichtiger ist vermutlich ein anderer Aspekt: Wenn wir der Entwaldung wirklich etwas entgegensetzen wollen, dann müssen wir an der Produktivitätssteigerung der bestehenden Flächen arbeiten. Dazu in einem nächsten Beitrag mehr.



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