Kaffee und Schokolade – ein Rettungsversuch


Die Herausforderungen, vor denen der Kakao- und der Kaffeeanbau heute stehen, sind so groß, dass niemand die Probleme allein lösen kann. Klimaveränderungen führen zum Beispiel dazu, dass der Anbau auf vielen bisherigen Flächen in Zukunft immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, wird. Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für die schwierige Lage in den Anbauländern vieler unserer Nahrungsmittelrohstoffe und auf Dauer gemeinsame Anstrengungen, um damit umzugehen. Deshalb nehmen wir an einer Dialogveranstaltung teil, zu der Tchibo – übrigens genauso ein Familienunternehmen wie wir – Akteure aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verbraucherschutz und Medien eingeladen hat, um über Verantwortung in der Lieferkette, Rohstoffpreisentwicklungen sowie über verschiedene Lösungsansätze und neue Allianzen für die Zukunft von Kaffee und Kakao zu sprechen.

Unser CEO, Andreas Ronken, und der Direktor Unternehmensverantwortung bei Tchibo, Pablo von Waldenfels, treffen zum Beispiel in einer Podiumsdiskussion auf den Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin, Markus Kamrad, die Geschäftsführerin der NGO Solidaridad Deutschland e. V., Melanie Rutten-Sülz, und Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Letztlich geht es dabei vor allem um all die Themen, die auch mein Kollege Hauke Will hier auf dem Blog kürzlich angesprochen hat: resistentere Pflanzen, nachhaltigere Anbaumethoden und eine Verbesserung der Flächenproduktivität der Bäuerinnen und Bauern. Alles Punkte, die langfristig den Kakao- wie auch den Kaffeeanbau widerstandfähiger machen. Wie wichtig das für alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette ist, haben die letzten Jahre mehr als deutlich gemacht.

Auch wenn zuletzt vor allem Meldungen zu sinkenden Kakaopreisen die Runde machten, die Lage bleibt angespannt. Äußerst volatil, wie Fachleute das nennen. Dass vor einem Super-El-Niño in diesem Jahr gewarnt wird, macht die Situation nicht einfacher. Denn dieses Klimaphänomen ist oftmals mit heftigen Überschwemmungen und schweren Dürren verbunden. Keine guten Aussichten – weder für den Kakao noch für den Kaffee.
Keine Frage, mit einer solchen Dialogveranstaltung werden wir den Kaffee- oder Kakaoanbau nicht „retten“. Aber wenn sich etwas bewegen soll, dann ist es enorm wichtig, dass alle Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen: die Politik, der Handel, die Industrie und NGOs. Ob das gelingt … ich werde berichten! Auf jeden Fall ist es sicher gut, mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und mehr über andere Rohstoffbereiche zu erfahren. Denn auch Kaffee und Kakao sind mit den aktuellen Herausforderungen nicht allein.



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